Profilschablone

Moderator: Uwe

Re: Profilschablone

Beitrag: #11Beitragvon Roland K. » 12.10.2011, 09:03


haegar hat geschrieben:bei Lester Gilbert gab es auch mal ein Excelsheet, was (angeblich) die Berechnung des Segelprofils aus den Schablonendaten gestatten sollte. Leider hatten meine Segel nie etwas mit den errechneten Werten zu tun ...

@Roland: Deine Erfahrungen kann ich zumindest teilweise bestätigen. Bei ICAREX hatte ich auch immer das Gefühl, die Segel seien flacher, obwohl das eigentlich nicht sein dürfte. Zwischen Gittermylar und Folie ist mir aber nie ein Unterschied aufgefallen. Eines ist aber auch klar. Steiferes Material drückt das Profil natürlich super ins Segel, weiches Material schlabbert irgendwie rum. Ich denke mal, die Unterschiede sind daher wahrscheinlich doch eher subjektiv.


Nee, nicht subjektiv sondern Empirisch gewonnen. Ich hab vor einiger Zeit mal eine ganze Serie von MM Segeln gebaut. Alle auf der gleichen Schablone aber mit verschiedenen Materialien. (Icarex zwei verschiedene Dicken von Gittermylar und drei verschiedene Folien).

Das dünne Gittermylar verhält sich fast wie Icarex, die ganz dünne Folie auch (23 Micron). Dann kommt das dickere Gittermylar und dann die 36 Micron Folie. Mit noch dickerer Folie (50 Micron) war dann wieder kein Unterschied zur dünnen Folie zu sehen. Kann man sehr gut erkenne wenn man die ergebnisse nebeneinander hängt.

Das dicke Gittermylar ist übrigens sehr schönes Material wie ich finde. Etwas robuster als das Dünne aber nicht so Knickempfidnlich wie die Folien. Wen das höhere Gewicht nicht stört sollte das mal ausprobieren.
Roland K.
 

Re: Profilschablone

Beitrag: #12Beitragvon RainerM » 12.10.2011, 09:07


Hallo Cord,
den Begriff "Flügel" habe ich gewählt weil Achim im o.Beitrag den Begriff eingeführt hat und gleiche
Bezeichnungen haben ja was fürs bessere Verständnis.
Lötkolben: Arne sagte mal zu mir, Rollschneiden - das ist das spannungsärmste Schneiden von Segeltuch
- das laß ich mal so stehen und habe dem auch nichts entgegen zu setzen.
Aber nach nun endlich Nichtraucher ist man über jede Portion "Sonderdampf" dankbar. :)
Die 150mm Höhe entsprechen dem senkrechten Abstand auf der Profilfläche ( Flächennormale )
gemäß unterem Bild.
Gero: Bogenverhältnis grün - rot, sehe ich auch so, ach ist es schön, daß es CAD gibt.

Im unteren Bild wollte ich mal die Längenverhältnisse von projezierter Länge zu Profillänge zeigen.
Später interessant bei der Zugabe der Vorliekskurve.
Wer hätte das so geschätzt?? :?:
Zuletzt geändert von RainerM am 12.10.2011, 09:36, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Profilschablone

Beitrag: #13Beitragvon Admin1 » 12.10.2011, 09:14


Servus Rainer,
'Sonderdampf' .. das gut :)
Schneiden .. ja bin auch der Meinung es geht nichts über einen Rollenschneider!
Ich schneide damit auch das Gewebe zu.

Wie hast Du denn das Bild eingefügt das es das ganze Layout sprengt?
Eingestellt ist eine max. Breite von 400px in Beiträgen, bei grössere Bilder wird dann automatisch eine 400px breite Vorschau erzeugt. Mit Klick aufs Bild bekommst Du dann das grosse zu sehen.
So sollte es nicht sein????
EDIT:
Hab das mal gefixt .. weil Dein Bild nur 2 Farben hat schlüpft es wegen der geringen Dateigrösse durch meine Regeln und so wird keine Vorschau erzeugt.
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Re: Profilschablone

Beitrag: #14Beitragvon RainerM » 12.10.2011, 09:37


Ich habe es jetzt verkleinert, sieht so aber nicht wirklich gut aus.
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Re: Profilschablone

Beitrag: #15Beitragvon VeitHAM » 14.10.2011, 16:38


Thema: Grundlagen zur Profilschablone mit beweglichen Flügeln

Moin,

nach meinem Beitrag weiter oben hatte ich das Gefühl, ich sollte hier mal noch was liefern.
Ich hoffe es gefällt Euch.
Habs sogar geschafft, den Anhang hier einzubauen, besser wäre allerdings das pdf wäre direkt zu sehen.

Gruß Veit


Im folgenden gehe ich der Frage nach, wie die Maße der Segelschablone das Profil im fertigen Segel beeinflussen. Dabei wird ein Weg aufgezeigt, Segelbahnen mit reproduzierbarem Ergebnis herzustellen. Damit wird es auch möglich, z.B. in das Top eines Segels ein tieferes Profil einzuarbeiten als in den unteren Teil des Segels.
Was diese Methode nicht erlaubt ist, die Profiltiefe des Segels am Mast vorher zu berechnen; also konkret von den Maßen eines fertigen Segels die Einstelldaten für die Segelschablone abzuleiten. Es geht vielmehr darum ein einmal durch Probieren gefundenes Profil exakt zu wiederholen bzw. es auf andere Segelgrößen zu übertragen.

Die Segelschablone besteht aus zwei Hälften, die gegeneinander kippbar sind, so daß sich ein kleiner Winkel ( 2° - 10° ) zwischen ihnen einstellen läßt. ( Dies ist quasi eine Ergänzung zu der von Thomas D. dargestellten Schablone ) In die Segelschablone ist ein Profil eingearbeitet. Dieses Profil hat an der Basis (um die die beiden Hälften gegeneinander kippbar sind ) eine Länge von z.B. 300mm. Der Profilbogen über der Sehne hat das größte Stichmaß von z.B. 18mm. Damit hat das Profil eine Profiltiefe von (18/300)*100 = 6%.

Nun müssen ein paar Probe-Bahnen geklebt werden.

1. Versuch. Wenn ich nun beide Hälften der Segelschablone ohne Winkel zueinander einstelle ( Winkel = 0° ) und darauf zwei Bahnen miteinander verklebe, und das Ergebnis von der Schablone abnehme, hab' ich nichts, bzw. ein planes Segeltuch ohne bleibendes Profil. Daraus ist zu schließen, daß der Winkel das bleibende Profil erzeugt.

Weitere Versuche. In weiteren Versuchen sollte nun z. B. mit Papierbahnen ein Profil erzeugt werden, das den eigenen Vorstellungen entspricht. Ist das einmal erreicht, müssen nur noch die Länge der jeweiligen Klebenaht und der beim Kleben benutzte Winkel zwischen den Hälften der Segelschablone notiert werden. Damit hat man nun ein Ausgangs-Datum, um weitere Segel mit dem Wunschprofil herzustellen.

Für eine vorgegebene Segelschablone mit den Kenndaten
--Länge der Profilsehne z.B. 300mm, siehe oben
--Profiltiefe z.B. 6%, Stichmaß 18mm
besteht ein mathematischer Zusammenhang zwischen
--Winkel an der Segelschablone
--Länge der Segelnaht und
--(Vergleichsmaß für die) erzielte Profiltiefe
Warum nur "Vergleichsmaß" ? Die von der Mathematik gelieferte Profiltiefe hat nur Gültigkeit bzw. Bestand solange das Segel auf der Schablone liegt. Hängt das Segel erst einmal im Mast, verändert sich das Profil. Es ist aber davon auszugehen, daß zwei auf der Schablone identisch erzeugte Segel sich hinsichtlich des Profils auch am Mast identisch verhalten. Im übrigen wird ja das "eingeklebte" Segelprofil durch den Segeltrimm auch noch vielfältig verändert.

Das angehängte Diagrmm zeigt den Zusammenhang zwischen den oben genannten Parametern.
Die hier gewählten Werte für die Parameter sind bereits etwas aufeinander abgestimmt, so daß sich innerhalb dieser Werte ein brauchbares RG-Segel ergeben sollte.

Anwendung des Diagramms. Angenommen, ich habe durch Probieren (s. oben) ein Profil erzeugt, das mir gefällt, ergibt sich folgendes weitere Vorgehen. Das Profil hatte die Nahtlänge von 180mm, der Winkel an der Schablone betrug 4°, also beträgt das Vergleichsmaß für die Profiltiefe meines Wunschprofils 0,25% - im Diagramm abzulesen. Dieses Wunschprofil soll jetzt auf ein Großsegel aus vier Bahnen mit den Nahtlängen von -90mm, -150mm, -220mm übertragen werden. Das Diagramm zeigt mir, daß ich nacheinander die Segelschablone auf -8°, -4,8°, -3,3° einstellen sollte. Wollte ich im Topp (-90mm Naht) die Profiltiefe etwas vergrößern, sollte ich den Winkel etwas größer als 8° wählen, und für einen gleichmäßigen Übergang zu den anderen Nähten sorgen.

Was sich hier nun vielleicht wie eine Bauanleitung ließt, ist nicht als solche gedacht. Ich wollte nur einmal versuchen, die Zusammenhänge deutlich zu machen. Jeder, der mir folgen konnte, mag nun selber damit "spielen".


P'tiefe 6% Block.pdf
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Re: Profilschablone

Beitrag: #16Beitragvon RainerM » 14.10.2011, 21:49


Hallo Veith,
danke für die Erläuterung der mathematischen Zusammenhänge nebst grafischer Darstellung
zum Thema Profiltiefe als Fkt. der Profillänge und zugehörigem Anstellwinkel.

Dazu meinen Respekt, das zaubert man nicht so einfach aus dem Ärmel! :respekt:

Was mich bislang von einer beidseitig variablen Schildkröte abgeschreckt hat ist der Spalt an der
Nahtstelle, da bin ich wohl etwas zu sensibel.
Hast du so eine Vorrichtung schon mal gebaut?
Wenn ja, kannst du dazu mal ein Foto einstellen?
Um tiefere Profile im Top, bzw. dort überhaupt ein
sichtbares Profil zu erhalten, baue ich eine entsprechende Schildkröte .
VG Rainer
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Re: Profilschablone

Beitrag: #17Beitragvon Godewind » 01.12.2011, 13:33


Momentan habe ich 2 Klebeschablonen.
A) für RG65
b) meterboote

Beide Schablonen sind ähnlich denen von Thomas Dreyer aufgebaut.
1. Profilentscheidung mittels bulbcalculator
2. Ausdruck des Profils auf leichtem Karton (120g Papier müsste auch gehen)
Herstellung siehe Bilder dort http://forum.rcdesign.ru/f69/thread51589.html#post377439
Der Wichtigsrte Unterschied:
Meine Klebeschablonen sind geteilt und nur lose miteinander verbunden. (siehe die letzten beiden Bilder) Dadurch kann ich den Winkel variieren (Profildicke/Bauch variieren)
Bild
Wenn ich die mittlere Unterlage entferne, wird der Bauch flacher.

Ulli
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Re: Profilschablone

Beitrag: #18Beitragvon GER O » 15.02.2013, 17:58


Hi,

nach zwei Bahnen-Segel Versuchen habe ich die Schildkröte noch mal überarbeitet. Sieht fürchterlich aus, aber die seitliche Wölbung war nicht gleichmäßig.
Die Rippentechnik läßt zwischen den einzelnen Auflagen das dünne Sperrholz eindellen.

Hat schon mal jemand eine Schildkröte aus dem Vollen hergestellt?
Oder mit "steiferen" Sperrholz, also so um 3mm Dicke?

P.S. Die Basis mit einem 4mm Sperrholzbrett war auch zu dünn. Durch die Spannung ist eine leichte Biegung an den niedrigeren Profilen festzustellen.
Dateianhänge
DSC02332.JPG
DSC02331.JPG
DSC02328.JPG
Gruß Gero
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Re: Profilschablone

Beitrag: #19Beitragvon Trave » 15.02.2013, 19:49


macht eine Bahn mehr in Höhe des Tops und ihr habt dort mehr Tiefe im Profiel

Gruß Harry GER 327 (Trave)
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Re: Profilschablone

Beitrag: #20Beitragvon Paula » 16.02.2013, 08:52


Hallo Gero

Ich verwende für meine Schablonen kein Sperrholz, nehme 3 mm Plexiglas, da verzieht sich nichts mehr.
Auch kann ich mit dem Messer darauf das Doppelklebeband abschneiden. Das Klebeband zum fixieren hält da auch besser. Ich habe auch 2 Schablonen eine mit 9 Grad und eine mit 4,5 Grad. Die 9 Grad für die obere Bahn. Übrigens das Plexiglas klebe ich mit Silikon auf die Spanten.

Gruß Sigi
Paula
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