ASA-Filament für Rümpfe?

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ASA-Filament für Rümpfe?

Beitrag: #1Beitragvon hal23562 » 19.03.2020, 11:16


Meine Druckereinhausung ist fertig. Zeit sich Gedanken zu machen, wie ich mit vielleicht geeigneterem Filament als PLA Rümpfe drucken könnte.
Ins Auge hab ich zunächst ASA gefasst. Gibt es hier schon konkrete Erfahrungen beim Rumpfdruck damit?

Anmerkung: YT hab ich schon durchgeforstet.

HAL
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Re: ASA-Filament für Rümpfe?

Beitrag: #2Beitragvon GER OK 712 » 19.03.2020, 20:25


Hallo HAL,

Ich habe den ASA-Kunststoff ausgiebig probiert.

Die Kernaussage ist, für den Dünnwanddruck ist dieses Filament nicht geeignet.


Hauptprobleme mit diesem Kunststoff sind.

->Druckbetthaftung........ Das Druckbett muß min 120°C haben. Und ich benutze eine Pertinaxdruckfläche.
Die Druckbetthaftung muß man in den Griff bekommen sonst macht der
Kunststoff keinen "Spaß".

->Dünnwanddruck
Der Kunststoff verzieht sich beim Drucken. Könnte mit einen Eingehausten
Drucker bersser gehen? Meiner ist nicht Eingehaust..........

->kleine Bauteile
sollten mit Bauteillüfter leicht gekühlt werden. Bei den meißen Druckern bis zu
30% Lüferleistung.
Größere Bauteile brauchen keine Bauteilkühlung.

->mechanische Bearbeitbarkeit
Sehr gut. Wer früher mit ABS-Kunststoff gebastelt hat, kann vergleichen.

Zusammenfassung:
Rumpfdruck (Vasendruck) ist der Kunststoff nicht zu empfelen. Leider verzieht der beim Drucken.
Für solide Bauteile ist der Kunststoff mein Lieblingskunststoff geworden.
Oberfläche ist nicht so glatt und glänzend (vergleich zu PLA oder PETG).
Man sieht die einzelnen Layer deutlich. Bauteile sind vergleichbar mit einen Gußeinsenproduckt (Rohling).
Die Oberfläche ist gut schleifbar........

Tip:
Probiert Euch die verschiedenen ASA-Anbieter aus. Ich habe große Qualitätsunterschiede festgestellt.

Gruß Kuddel
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Re: ASA-Filament für Rümpfe?

Beitrag: #3Beitragvon hal23562 » 20.03.2020, 07:20


Moin Andreas,

danke für Deine umfangreiche Antwort.
Ich bin dann mal gespannt, wie die Druckerei in einer Einhausung so läuft. Beim Drucken ist es jedenfalls mollig warm in dem Ding.
Nur zwei Fragen noch: Wie schätzt Du die Layerhaftung im Vergleich zu PLA ein und wie sieht es mit der Temperaturbeständigkeit fertiger Bauteile aus.

Gruß - HAL
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Re: ASA-Filament für Rümpfe?

Beitrag: #4Beitragvon GER OK 712 » 20.03.2020, 12:53


Hallo HAL,

Layerhaftung:
Die Layerhaftung ist sehr gut. Der Kunststoff braucht aber seine Drucktemperatur. Um so höher um so besser.
Mit 230°C habe ich gute Layerhaftungen erhalten. Richtig gut ist es aber erst bei 260°C.
Damit ist der Kunststoff bei Bruchversuchen nicht mehr an den Layerlinien gebrochen, sondern mitten
durch das Material.


Temperaturbeständigkeit:
Bedeutend besser gegeüber PLA.
Das Weichwerden oder Schmelzen dieses Kunstoffes ist mit dem ABS vergleichbar.
Sehr gut für unsere Modellbauzwecke geeignet.

ASA ist ein Schwestermaterial von ABS. Ich finde es Druckt sich etwas einfacher als ABS. Und es Stinkt
nicht beim Drucken. ABS richt beim Druck oft sehr stark......(ABS ist nicht gleich ABS, hier sind auch
große Qualitätsunterschiede je nach Anbieter vorhanden) Das ist eine allgemeine Aussage, zeigt aber
die Richtung auf.

Gruß Kuddel
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Re: ASA-Filament für Rümpfe?

Beitrag: #5Beitragvon hal23562 » 20.03.2020, 13:25


Moin Kuddel,
einfach Danke! Hört sich interessant an. Dann werd ich mal demnächst mit Rumexperimentieren anfangen.

Zu Beginn werde ich es mal mit dem hier probieren: https://cdn.shopify.com/s/files/1/2485/2384/files/ASA-X-Datenblatt.pdf?469 . Hört sich zumindest gem. Datenblatt interessant an.

Gruß - HAL
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Re: ASA-Filament für Rümpfe?

Beitrag: #6Beitragvon hal23562 » 28.03.2020, 18:46


So, der erste ASA-Test ist gelaufen. Und gleich in die Vollen losgelegt! Keine Temptowers, keine Benchies, keine Cubes.
Ich habe mal das Bugsegment einer EVO spiralisiert und muss sagen, ich bin begeistert. Das Teil ist toll geworden mit einem schönen, seidenmatten Finish.
Genutzt habe ich Redline ASA-X, weil es nicht die von Kuddel genannten, schon recht extremen Anforderungen an den Drucker hat und sich das Datenblatt vielversprechend las. Einfach mit 250° Nozzle und 100° Heatbed gestartet und es ging ganz prima.
Das Teil haftete trotz der kleinen Haftfläche am Bug sicher auf dem FR4-Druckbett. Null Warping, Null Verzug! Layerhaftung prüfe ich noch. Da ich derzeit nicht mit optimalem Feeder drucke, kann ich abschließend erst etwas dazu sagen wenn der neue MK8 montiert ist. Ich bin etwas skeptisch.
Die ersten Layer habe ich mit 0 % Lüfter gedruckt. Ging, aber nicht so gut. Dann einige Layer mit 30 %. Etwas besser, aber noch nicht gut genug. 50 % - sahnemäßig!!!
Ich denke, die Einhausung ist der Schlüssel für das gute Ergebnis. Aber letztlich muss wohl jeder für sein Drucker-Setup und und insbesondere sein Druckbett herausfinden, wie es am besten läuft. Ich will nur zeigen, dass es geht.
Hier ein etwas genauerer Bericht.

HAL

IMG_20200328_143235_800_600.jpg
Das sieht richtig gut aus

IMG_20200328_143505_800_600.jpg
Seidige Oberfläche

IMG_20200328_143322_800_600.jpg
Lüfterexperimente - von unten 0 %, 30 %, 50 %
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Re: ASA-Filament für Rümpfe?

Beitrag: #7Beitragvon fempel » 28.03.2020, 23:08


Hallo Hal,

Glückwunsch, das sieht verdammt gut aus. Wie schaut es mit der Bruchfestigkeit und dem Gewicht aus?

Ich will auch damit experimentieren, da ich davon überzeugt bin, das Material ist nicht ganz so empfindlich wie PLA was UV und Temperaturbeständigkeit angeht.

Grüsse Pascal
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Re: ASA-Filament für Rümpfe?

Beitrag: #8Beitragvon hal23562 » 29.03.2020, 09:02


fempel hat geschrieben:... Wie schaut es mit der Bruchfestigkeit und dem Gewicht aus? ...

Moin Pascal,
da kann ich nur subjektive Eindrücke wiedergeben. Da Zeugs scheint ernorm zäh zu sein. Biegen konnte ich es zwar aber Brechen ging überhaupt nicht.
Gewichtsmäßig spielt es gefühlt in der PLA-Klasse, vielleicht ist es sogar einen Tick leichter. Wenn, dann aber nicht dramatisch.

Womit ich bisher noch nicht zufrieden bin, ist die Layerhaftung. Nach anfänglicher Euphorie bestand das ASA den Nageltest dann doch nicht, obwohl Redline ganz ausdrücklich mit ausgezeichneter Layerhaftung wirbt.
Allerdings könnte mein Drucker-Setup dafür verantwortlich sein. Wie bereits berichtet, nutze ich derzeit als Notersatz einen Dual-Drive Feeder für einen Creality CR10S an meinem Drucker und der transportiert aufgrund der Transporträder mit geringerem Durchmesser im Vergleich zum originalen MK8-Feeder wohl weniger Filament. Da müsste ich Marlin anpassen, habe aber bis jetzt leider null Ahnung, wie man so etwas macht. Wenn ich es könnte, dann wäre das Teil absolute Spitze!
Derzeit warte ich auf einen original MK8-Feeder aus Alu und bin gespannt, wie sich der dann auswirkt.
Und vielleicht muss ich auch noch mehr mit der Bauteillüftung rumprobieren. Da dürfte auch noch was gehen.
Und letztlich könnte es auch am Filament liegen. Da ist halt Samples bestellen und ausprobieren angesagt.

Bis auf das derzeit noch bestehende Layerproblem bin ich jedoch total begeistert von ASA. Eine vergleichbare Oberfläche erreichte ich bisher nur mit NX2. Leider druckt NX2 aber auch nach m.M. zu weiche Rümpfe.
ASA könnte wirklich mein Lieblingsfilament werden. Ich muss jedoch auch noch heraus finden, wie ich bei ganz kleinen Bauteilen, wie z.B. Fittings, eine sichere Betthaftung erreiche. Schaun mer mal ...

Gruß - Hartmut
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Re: ASA-Filament für Rümpfe?

Beitrag: #9Beitragvon GER OK 712 » 08.04.2020, 11:21


Hallo Hartmut,

Hast Du schon neue Erkenntnisse über das Redline Filament ASA-X?
Du sagtes, die Layerhaftung im Vasenmodus ist nicht so gut..............


Ich habe ein anderes Filament probiert. Das Greentec PRO Carbon von Extrudr. (ein komplett anderes Grundmaterial)
Das ist sehr gut. Druckt sich Anfänger leicht. Einstellungen von PLA. Nur die empfolenden
Temperaturen einstellen. Überhaupt kein Verzug. Druckbetthaftung -Null Problemo- .

Schlagfest, Temperatrubeständig, sehr gute Layerhaftung. Ein ausgezeichtetes Material für unsere
Boote. Nur stimmen die Dichteangaben des Materials nicht. Nach dem fertigen Druck ist es schwerer als
PLA. Liegt bestimmt an der Carboneinlage.....?
Trotzdem können wir das Gewicht der Bauteile optimieren. Es muß nicht so "Dick" gedruckt werden.
0,45-0,50mm Wandstärke reichen aus.

Bauteilkühlung braucht man nicht?
Es enstehen beim Druck "Fusseln" um die Nozzle. Die von Zeit zu Zeit
abfallen und auf der Druckoberfläche abfallen. Machen damit an der Stelle das Druckbild kaputt.
Mit Bautelkühlung entstehen die "Fusseln" weniger. Die Blops können hinterher gut abgeschliffen werden.

Düse sol gehärtet sein. Und min 0,5mm Lochdurchmesser haben. An diese Vorgaben habe ich mich gehalten.
Mein Drucker ist nicht Eingehaust...........Der Druck ist Reibungslos.
Zeige noch ein Bild von einen Mittelteil-Rumpf.

Das Material ist leider sehr teuer. Deren Einsatz sollte darum gut überlegt werden. Es ist kein Alltagsmaterial.

Gruß Kuddel
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Re: ASA-Filament für Rümpfe?

Beitrag: #10Beitragvon hal23562 » 08.04.2020, 15:06


Moin Andreas,
das mit der Layerhaftung klappt leider immer noch nicht so ganz.

Deine Druckteile sehen übrigens toll aus. :tup:

Derzeit wurschtel ich mit meinem Drucker rum. Musste den Feeder austauschen und mit dem provisorischen Teil ist derzeit das Druckergebnis nicht befriedigend.

Gruß - Hartmut
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