Seite 7 von 12

Re: LW-PLA im Einsatz

BeitragVerfasst: 12.01.2021, 19:57
von hal23562
Wow, eine richtig interessante Diskussion der Designer und Konstrukteure!
Meine Fähigkeiten reichen dafür leider nicht. Doch aus der Sicht eines bis jetzt reinen Bootsbauers mit 3D-Drucker mal eine Frage.
Gibt es eigentlich schon Überlegungen/Entwürfe für Rümpfe, die nicht nur Wannen für den Heckbereich, sondern auch im Mittelschiff für Segelservo und Empfänger vorsehen? Das hieße letztlich nur noch eine Decköffnung für die Luke und damit für den Zugang zum Akku.
Die konsequente Anwendung des Wannenprinzips hätte m.E. einige Vorteile, die auch schon genannt wurden. U.a. erhöhte Rumpfstabilität, weniger extra Einbauteile, keine einrissgefährdete Ränder an Decköffnungen usw.. Gewichtsmäßig dürfte das ein Nullsummenspiel sein.

HAL

Re: LW-PLA im Einsatz

BeitragVerfasst: 12.01.2021, 21:32
von Torti
Das Nullsummenspiel ist richtig und es wäre wohl die optimale Lösung. Leider ist es mit einem Schotservo ungleich schwerer genug Bauraum zu finden. Du musst ja extrem tief runter, um den entsprechenden Hebel unterzubringen. Wenn die Teilungen klein genug sind, wäre es konstruktiv und drucktechnisch kein Problem. Dagegen sprechen dann aber mehr Klebestellen, die wieder Gewicht generieren.
Bei einer Windenlösung mit einem Ditex habe ich das schon gemacht und es hat auch gut funktioniert.

IMG_1686[1].jpg


Bei einer Armlösung müsste man das Servo oben montieren und den Arm nach unten führen. Prinzipiell machbar, aber die Zugänglichkeit zur Schotführung ist was für Microchirurgie und nicht praxistauglich.
Ich denke mit einem deutlichen Ramen ist das Problem schon gut gelöst.

11.jpg


Diese Vertiefung ist nur 6mm, aber schon sehr wirkungsvoll. Wenn man diese Vertiefung auf 1cm bringt ist das richtig fest. Man könnte die seitlichen Ränder auch noch runden, dann währe es ein Halbrohr. Mal sehen... ;)

Vergessen: Der Empfänger liegt schon in der Heckwanne. Dafür findet sich immer Platz.

Re: LW-PLA im Einsatz

BeitragVerfasst: 13.01.2021, 13:46
von hammax
... wenn man sich den oberen Teil des Kielkastens wegspart,
kann man den Mechanik-/Elektronik-Container fast bis zum Mast vorziehen
und dort mit der Großschot spritzwassergeschützt austreten.
Ich bin auch schon dauernd am rumhirnen, wie eine alternative Rudermechanik,
sowie Großschotmechanik aussehen könnte.
Das Kräftegleichgewicht zwischen Kiel zum Mast und zum Rumpf konstruktiv,
steif und kräftekonform auslegen zu können, halte ich für lösbar.
Der durchgehende Kielkasten ist eher der Konvention geschuldet.

CockPitContainer_2.PNG
mehr Containervolumen

Re: LW-PLA im Einsatz

BeitragVerfasst: 13.01.2021, 16:14
von andyhoff
Hi,

möchte mich Torti's Ausführungen 100% anschließen. :tup:

Grundsätzlich ist aber die Frage nach dem Sinn einer solchen RC-Box .. bzw. macht das heute und grad bei einer RG noch Sinn?
Ich würde sagen .. Nein!

In den 80ern hatte praktisch jedes M-Boot (damals die Populärste Klasse) eine solche RC-Box .. oder wenigstens ein RC-Brett .. auf dem alle RC Komponenten montiert waren. Zu dieser Zeit war der ganze RC Kram aber auch noch sehr viel teurer als heute. So machte es durchaus Sinn da ein System zu haben das man auch in ein anderes Boot einsetzen konnte um nicht alles neu kaufen zu müssen. Ausserdem hat man in einem M-Boot einfach mehr Platz und auch im Gewichtsbudget kann man die paar Gramm dafür leichter verschmerzen.

Nun wissen wir ja wohl inzwischen alle das eine gute RG seine Performance zum guten Teil aus dem Gewicht zieht. Genauer aus einem möglichst hohen Ballastanteil gemessen am RTS Gesamtgewicht.
Die Kunst ist nun eine möglich gute Balance zwischen Festigkeit und Gewicht zu finden .. Stichwort Regattatauglichkeit. Dazu kommt dann noch die von Torti angesprochene Massenverteilung..
Deshalb sollte man sich genau überlegen was genau man wo einbauen möchte und welchen Nutzen das Boot davon hat. Anders gesagt man sollte jedes Bauteil Hinterfragen .. brauch ich das?
Ich schreib schon wieder nen Roman :)
Kurz .. ich würde so einen Container in einer RG nicht einbauen wollen.
Ein kleines Ruderservo für eine RG bekommt man ab 5€ .. Segelservo ab etwa 25€ und Empfänger gibt es je nach System schon ab etwa 20€ .. glaub ich :)
Also ein recht überschaubares Budget um ein Boot auszustatten. Dazu kommt der praktische Vorteil das man am Teich nichts umbauen muss wenn man das andere Boot testen möchte .. Akku rein und los..

Re: LW-PLA im Einsatz

BeitragVerfasst: 14.01.2021, 16:27
von Torti
Ich bin gestern etwas früh aus dem Bett gefallen und konnte noch keinen Krach machen...also vor den Rechner setzen.
Mir gingen unsere Gedankenspiele nicht aus dem Kopf. Den Ruderkoker habe ich ja vor 3 Tagen schon mitgedruckt, war aber extrem unzufrieden. Der zweite Perimeter zeichnet sich zu stark auf der Aussenhaut ab...das geht so nicht! Viel zu viel schleifen.
Also bin ich zurück auf einen Perimeter habe aber den Koker 5 Grad angestellt. Dazu 4 Boden und Decklagen in diesem Bereich - funktioniert mit dem LW absolut problemlos und ist dicht.
Als nächstes habe ich mir Hartmuts Servokasten vorgenommen...ich wollte es einfach wissen.
Gewichtszuwachs ist irgendwo um die 1-2 Gramm. Dafür bekommt man ein extrem steifes Vorschiff und Deck. Servoeinbau ist lächerlich einfach. Ich musste leider den Lötkolben einsetzen, da ich keine Umlenkung fahre, sondern einen 45mm-Hebel. Stört mich aber nicht.
Getestet wurde alles in einer Manta, die es nicht gibt. ;)
Ich wollte dem Boot schon lange eine zweite Chance geben, da ich sie der 17 für ebenbürtig halte und gerade im Norden und Westen könnte sie noch besser sein. Wir haben doch etwas mehr Wind und der ist oft ungleichmäßig und böig. Da könnte die "Fata Morgana" Vorteile haben.
Ich habe die Fehler des ersten Versuchs ausgebügelt und ihr ein komplett neues Deckslayout verpasst.
Mal sehen...

IMG_20210113_142923[1].jpg


IMG_20210113_142945[1].jpg


IMG_20210114_133206[1].jpg


IMG_20210114_153136[1].jpg


IMG_20210114_140512[1].jpg


IMG_20210114_153129[1].jpg


IMG_20210114_153121[1].jpg


IMG_20210114_153833[1].jpg

Re: LW-PLA im Einsatz

BeitragVerfasst: 14.01.2021, 16:40
von hammax
... kurze Zwischenfrage:
Ist dein Drucker mit Bowden-Feeder oder Direct-Feeder ausgestattet.
Weil in den LW-Empfehlungen, wird vom Bowden abgeraten -
und meiner hat Bowden???

Re: LW-PLA im Einsatz

BeitragVerfasst: 14.01.2021, 16:55
von GER OK 712
@ Hallo Torti,

Wenn Du neues Ausprobierst. Versuch doch gleich deine Ruderansteuerung zu verändern.
Das Ruderservo ist bei Dir schon im hinteren Bereich eingebaut.
Warum dann noch mit diesen Gestängen "rumärgern"?

Das Zahnradgetriebe habe ich nun schon einen Sommer lang getestet. Das System hat sich bewährt.
Schnelles unkompliziertes aus- und einbauen des Ruderblattes. Und die Nulleinstellung ist über die Lageregelung der Fernbedienung einfach.

Die Zahnräder sind schnell im CAD konstruiert. Und auf dem Drucker gefertigt. Du mußt nicht eine
Übersetzung der Ruderansteuerung einplanen. Wie im Beispiel gezeigt. Geht auch 1:1.......

Re: LW-PLA im Einsatz

BeitragVerfasst: 14.01.2021, 17:21
von Torti
Ich habe einen Flying Extruder an meinem Delta. Also ca. 15cm Bowden.
Reiner Bowden geht bei mir nicht...der müsste fast einen Meter lang sein. Ausserdem verträgt sich TPU nicht so gut mit Bowden. Direkt wollte ich auch nicht, da zu viel Masse beschleunigt werden muss und ein Vorteil des Delta weg wäre.

Getriebe hatte ich schon in der IOM und im M. Wenn es absolut spielfrei sein soll, muss die Passung sehr eng sein und das geht auf den Akku, da ich nur Digital-HV fahre. Die sind dann nur am arbeiten.
...und ich bin als Gewichtsfanatiker bekannt... ;)
Beidseitige Ruderanlenkung ist für mich leichter und sicherer. Auch da bekomme ich fast 90 Grad als Bremse hin.

Re: LW-PLA im Einsatz

BeitragVerfasst: 14.01.2021, 17:54
von hal23562
Moin Torti,
ja, das war so die Idee! Für den ersten Test sieht es m.E. schon recht vielversprechend aus. Da ist sicher noch Potential drin. :tup: :tup: :tup:
Danke, dass du es so schnell mal anschaulich umgesetzt hast! :D

HAL

Re: LW-PLA im Einsatz

BeitragVerfasst: 14.01.2021, 20:31
von Cord
LW PLA und Bowden ist unproblematisch. Wüsste auch nicht wieso es da Probleme geben sollte. Das filament ist ähnlich steif wie normales PLA...

Viele Grüße
Cord