Langer Stellarm für Segelservo

Moderator: Uwe

Langer Stellarm für Segelservo

Beitrag: #1Beitragvon hal23562 » 27.07.2019, 12:40


Für meinen Segelservo brauchte ich einen langen (60 - 80 mm) Stellarm. Das Angebot ist jedoch klein und ziemlich teuer finde ich sie zudem. Selber bauen war also angesagt.
Ich fand eine Idee hier im Forum besonders interessant: Statt komplettem Neubau einfach einen Standard-Stellarm verlängern.
Für die Verlängerung nutzte ich selbst gefertigtes GFK-Sandwich. Die Befestigung auf dem Standard-Stellarm erfolgte mit der normalen Befestigungsschraube des Stellarms und einer kleinen Holzschraube. Zusätzlich wurden die Teile noch mit Sekundenkleber verklebt.
Löcher und Kanten hatte ich zwar sauber entgratet, trotzdem befürchtete ich ein Durchscheuern der Schot. Deshalb baute ich noch einen versetzbaren Haken aus Schweißdraht für den Stellarm, an dem die Schot befestigt werden kann. Andy hatte dafür als Lösung Eintauchen in Kleber vorgeschlagen. So sollten die Kanten "smooth" werden. Auch eine Lösung.

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PHOTO_20190727_104946_800_450.jpg
Der fertig montierte Stellarm. Die Asymetrie ist gewollt

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Der Haken am Stellarm
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Re: Langer Stellarm für Segelservo

Beitrag: #2Beitragvon stetson » 27.07.2019, 13:18


Ich habe große Bedenken,ob das Servo bei dem Hebelarm noch genug Zugkraft hat.
Gruß Hano
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Re: Langer Stellarm für Segelservo

Beitrag: #3Beitragvon Uwe » 27.07.2019, 13:29


Ich hätte den Arm aus 1,2mm CFK-Plattenmaterial gebaut. An der schmalen Stelle traue ich dem Sandwich überhaupt nicht.
Und was bleibt von dir?
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Re: Langer Stellarm für Segelservo

Beitrag: #4Beitragvon hal23562 » 27.07.2019, 16:04


@Hano
Hab ihn schon mal auf die Länge des Graupner?-Arms in meiner Orion Edge gekürzt. Ja, bin auch gespannt ob der Servo kräftig genug ist. :| Die Tests kommen bald ...
@Uwe
CFK wäre auch meine erste Wahl gewesen - hatte leider nur keins. :cry:
GFK solo schien mir zu flexibel. Das GFK als Sandwich ist aber schon sehr steif. Ob das relativ schlanke Design den Belastungen gewachsen ist? - Schaun mer mal ... :)

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Re: Langer Stellarm für Segelservo

Beitrag: #5Beitragvon hal23562 » 29.07.2019, 09:27


Der Segelservo mit langem Stellarm ist eingebaut. Bin mal gespannt, ob und wie sich der bewährt - oder ob er vielleicht doch zu schwach gebaut ist.
Auf das Servogehäuse habe ich hinter den Drahtbügel übrigens einen kleinen Nocken aus CFK-Rohr geklebt. So sitzt der Servo absolut sicher in seiner Halterung und kann nicht mehr heraus rutschen.

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Re: Langer Stellarm für Segelservo

Beitrag: #6Beitragvon andyhoff » 29.07.2019, 17:33


Hi,

bin nicht sicher wie deine weitere Schotführung aussehen soll .. Rückholgummi oder nicht?
Aber für mich schaut das so aus als ob der Haken in den die Schot eingehängt werden soll nach vorne klappen kann. Wenn kein Gummi vorgesehen ist kannst du nicht davon ausgehen das die Schot immer unter Spannung ist (Transport etc...) und so der Haken in Zugrichtung ausgerichtet wird.

Ansonsten teile ich Hano's und Uwe's Bedenken. Aus so einem dünnen Sandwichmaterial hätte ich das nicht gebaut.
Man kann es aber auch als 'Sollbruchstelle' sehen .. bevor der Servo beschädigt wird bricht der Hebel :mrgreen:
Alles hat seine Vor- und Naschteile .. man muss sich nur die passenden Argumente zurechtlegen :D
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Re: Langer Stellarm für Segelservo

Beitrag: #7Beitragvon hal23562 » 29.07.2019, 19:18


andyhoff hat geschrieben:... Man kann es aber auch als 'Sollbruchstelle' sehen .. bevor der Servo beschädigt wird bricht der Hebel :mrgreen: ...

Soooo hatte ich das noch gar nicht betrachtet. :mrgreen: Macht auch irgendwie Sinn! :respekt:

Aber so langsam werde ich doch etwas unruhig. Etwas CFK habe ich ja noch und vielleicht verstärke ich das Ärmchen auf beiden Seiten damit. Schaun mer mal ...

@Andy
Bis jetzt habe ich keine Straffung der Schot mit Gummi oder Feder vorgesehen. Bei der Orion Edge funktioniert das auch bis jetzt störungsfrei.
Ich dachte bisher, das wäre nur bei Betrieb mit Winch zwingend erforderlich. Bringt das mit meinem Segel-Servo denn Vorteile?
Gibts hier denn irgendwelche Links, wo erklärt wird, wie man das am besten macht und welche verschiedenen Konstruktionen möglich sind?

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Re: Langer Stellarm für Segelservo

Beitrag: #8Beitragvon Uwe » 29.07.2019, 22:16


Ob Servo oder Winde: ein Rückholgummi macht immer Sinn. Es muss nur lang genug sein um die Kraft auszugleichen. Ich habe es von der Teilung Großschot/Fockschot immer über beide Seiten des Vordecks gezogen. Am Bug muss dann zwingend eine Rolle stehen: nur ein Auge bremst das Gummi an dieser Stelle aus und der Weg ist dann nur der Halbe. Das Gummi sollte bestenfalls aus Latex sein, gibt es im Angelshop um die Ecke oder mal den Uwe fragen ob er noch Restbestände hat.
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Re: Langer Stellarm für Segelservo

Beitrag: #9Beitragvon GER OK 712 » 30.07.2019, 08:16


Hallo,

Die Stellarmlänge muß immer Überlegt werden. Die eine Anpaßung an das Boot erfordert.
Oft reichen die Stellwege nur sehr knap. Das Standartservo stellt nur einen Stellwinkel von ca 90°.
Um den geforderten Schotweg zu erreichen muß der Servohebel entsprechend lang sein.
Langer Servohebel bedeutet auch ein kräftiges Servo. (Hebelgesetzt)
Die kleinen Servos sind oft nicht ausreichend in deren Stellkraft.
Oder der Platz ist im Boot für einen langen Servoarm nicht vorhanden.
Technische Probleme ohne Ende.......die es zu lösen gilt.

Eine Abhilfe ist der Umbau auf 180° Stellweg. Oder das Umprogramieren der Servos.
Damit erreicht man schon einen längeren Schotwegzug.

Eine Lösung ist die Form des Sevohebels zu verändern. Ich benutze gerne eine viertel Seiltrommel.
Der Kreisbogen nimmt mehr Schot auf. Und ich kann bei gleichen Stellweg die effektive Hebellänge verkürzen.
Das ist eine Überlegung die von den Standartanwendung abweicht.
Und eine Möglichkeit diese Probleme zu lösen.
Ein Bild erleutert mehr.
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Re: Langer Stellarm für Segelservo

Beitrag: #10Beitragvon andyhoff » 30.07.2019, 12:50


Hi HAL,

bei meinem Hinweis auf den Gummi ging es mir primär darum eine Möglichkeit aufzuzeigen die Schot unter Spannung zu halten damit die dein Drahtauge nicht nach vorne klappten kann.
Siehe hier..
PHOTO_20190729_092306_800_450.jpg
Drahtauge kann nach vorne klappen...?

Das kann z.B. beim Transport etc.. passieren und dann wickelt sich die Schot irgendwie um den Hebel. Dabei wird sich recht sicher die Schot verkürzen weil der Angriffspunkt nicht mehr in Zugrichtung liegt sondern irgendwo davor. Dadurch wird das Servo vermutlich .. bei Segel dicht .. nicht mehr die Endlage erreichen können. Es ackert also ständig dagegen und versucht dein Rigg unter Deck zu ziehen :) Vermutlich wird es das nicht lange mitmachen und durchbrennen.
Oder deine Sollbruchstelle gibt nach :mrgreen:

Grundsätzlich bin ich immer erstaunt was teilweise für riesen Hebel gefahren werden.
Die grundsätzliche Physik beim Hebel usw.. ist schon halbwegs klar oder?
Üblicherweise wird bei unseren Servos die Stellkraft in N/cm oder auch einfach kg/cm angegeben.
Nehmen wir mal ein Servo mit 5 kg/cm .. bedeutet also das unser Servo mit einem 1cm Hebelarm (Last liegt also 1cm vom Drehpunkt an) 5kg heben kann. Schön.
Gehen wir mal von einem 180Grad Servo aus .. bedeutet das wir haben jetzt 2cm Schotweg (1cm nach vorn/hinten) .. hmm .. das iss nich doll.
Also machen wir den Hebel länger. Weil so schön einfach ist verdoppeln wir die Länge .. also 2cm. Super jetzt haben wir 4cm Schotweg (alles ohne Rolle .. also direkt)
Dadurch halbiert sich aber auch die Kraft .. unser Servo hebt jetzt also nur noch 2,5kg
Das ganze nochmal .. ergibt bei 4cm Hebel dann 8cm Schotweg bei nur noch 1,25kg usw...
Wie ich immer so schön sage .. von der Physik bekommt man nichts geschenkt.
Kann sich jeder ausrechnen was da am Schluss noch bleibt......
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